Wie kann ich mir bewusster machen, wie meine Stimme klingt?

Überraschter junger Mann, der seine Stimme über Kopfhörer hört.

Foto: Shutterstock / COOL IMAGES Studio

Haben Sie sich schon einmal beim Anhören einer Aufnahme Ihrer Stimme überrascht gefühlt? — "Was, so klingt meine Stimme also?"

Der Klang unserer Stimme in unserem Körper unterscheidet sich vom Klang, den andere wahrnehmen. Warum das so ist, erkläre ich in diesem Blogartikel: Warum klinge ich bei einer Aufnahme so anders?

Bei vielen löst dies Unsicherheiten aus: Kann ich mich also auf den Klang, den ich selbst wahrnehme, überhaupt verlassen? Wie kann ich dann überhaupt einschätzen, wie ich meine Stimme verändern sollte, wenn sich der Klang im Innen und im Außen unterscheidet? Vielleicht haben Sie sich gefragt, ob Ihre Stimme zu leise, zu hoch, vielleicht zu monoton oder zu schnell klingt. Wie Sie Ihre Stimme variabel einsetzen können, zeige ich Ihnen in diesem Blogartikel: Wie klingt meine Stimme interessant?

Diese Unklarheit über die eigene Stimmwirkung ist weit verbreitet, aber es gibt effektive Wege, um ein besseres Verständnis und Kontrolle über Ihren Stimmklang zu erlangen. Wenn Sie eine Veränderung Ihrer Stimme bewirken möchten, ist es wichtig, zu einer persönlichen Einschätzung zu kommen, wie Ihre Stimme klingt, und vor allem, womit Sie sich wohlfühlen. Wahrnehmung und Bewusstheit helfen Ihnen bei der Steuerung des Lernprozesses. Wie können Sie sich also bewusster machen, wie Ihre Stimme klingt?

Der Wert von punktuellen Eindrücken vs. langfristiger Einschätzung

Es ist wichtig zu verstehen, dass unsere Stimme nicht statisch ist. Sie verändert sich je nach Situation, Stimmung und Kontext. Dazu habe ich bereits mehrere Artikel verfasst, die Ihnen wertvolle Ideen bieten:

Ein punktueller Eindruck, wie wir in einem spezifischen Moment klingen, kann nützlich sein, um sofortiges Feedback zu erhalten. Die Momentaufnahme kann uns also helfen zu verstehen, wie sich unsere Stimme zum Beispiel klanglich unter verschiedenen Umständen verändert. Doch es ist die langfristige Einschätzung, die ein umfassenderes Bild unserer stimmlichen Fähigkeiten und Gewohnheiten bietet. Was sind also die stabilen klanglichen Eigenschaften und Muster, die immer wiederkehren?

Wir müssen die punktuellen Eindrücke verschiedener Situationen reflektieren und in einer langfristigen Einschätzung zusammenbringen.

Der Wert von Eigenwahrnehmung vs. Fremdwahrnehmung

Da es keine objektive Wirkung unserer Stimme gibt, ist es auch wichtig, eigene und fremde Eindrücke zum Klang unserer Stimme zusammenzubringen. Aus dem eigenen Erleben lassen sich zum Beispiel Bezüge zu Gefühlen und Absichten herstellen, die für unsere Zuhörerinnen und Zuhörer nicht einsichtig sind. So lässt sich auch aus dem eigenen Erleben feststellen, ob man sich in einer Situation selbst als kongruent, das heißt stimmig, erlebt hat. Die Fremdwahrnehmung hilft uns aber gleichzeitig einzuschätzen, ob eine bestimmte stimmliche Gestaltung für meine Zuhörer:innen hilfreich wäre, so wenn ich zum Beispiel betonter, langsamer oder lauter sprechen würde, um eine höhere Verständlichkeit zu erreichen. Außerdem können wir erfahren, welche persönliche Wirkung unsere Stimme auf andere hat.

Wir müssen also die persönlichen Eindrücke mit denen anderer zusammenbringen, um zu einer balancierten Einschätzung zu kommen.

Was kann ich tun, um das zu erreichen?

Vier Strategien sind besonders hilfreich, um zu einer Einschätzung der eigenen Stimme zu kommen und ggf. Veränderungswünsche und Maßnahmen abzuleiten:

Aufnahmen Ihrer Stimme anhören

Tipps für die Umsetzung: Nutzen Sie Ihr Smartphone, um gelesene Texte, frei gesprochene Vorträge oder Sprachnachrichten aufzunehmen. Hören Sie sich diese Aufnahmen in einer ruhigen Umgebung an. Achten Sie auf Tonhöhe, Lautstärke, Klarheit und den Rhythmus Ihrer Sprache. Dies wird Ihnen helfen, ein realistisches Bild Ihrer eigenen Stimme zu bekommen. Machen Sie sich Notizen dazu und identifizieren Sie Bereiche, in denen Sie Entwicklungspotenzial sehen. Versuchen Sie bei späteren Aufnahmen, auf eine bewusste Veränderung dieser Aspekte zu achten. Setzen Sie sich also Ziele, wie Sie sprechen möchten, und üben Sie dies bewusst. Experimentieren Sie mit verschiedenen Tonhöhen, Geschwindigkeiten und Betonungen, um ein Gefühl für die Variabilität Ihrer Stimme zu entwickeln.

Weiterführender Artikel: Sprechmelodie durch lautes Lesen üben

Feedback von anderen einholen

Tipps für die Umsetzung: Bitten Sie Freundinnen, Freunde, Familienmitglieder oder Kolleginnen und Kollegen um ehrliches Feedback. Fragen Sie spezifisch nach ihrer Meinung zu Ihrer Stimme in verschiedenen Situationen, zum Beispiel nach einem Meeting, einer Präsentation oder in lockerer Runde. Dieses externe Feedback kann Ihnen wichtige Einsichten darüber geben, wie Ihre Stimme auf andere wirkt. Sie können es dem oder der Feedbackgeberin leichter machen, indem Sie konkrete Fragen stellen, wie zum Beispiel: "Wie würdest Du mein Sprechtempo / meine Sprachlautstärke einschätzen?" Wenn Sie erst eine offene Frage stellen, kann die andere Person frei antworten. Später können Sie dann zum Beispiel durch eine geschlossene Frage mehr konkretisieren: "Findest Du, dass ich langsamer sprechen sollte bzw. wann hätte Dir ein langsameres Tempo geholfen?"

Weiterführender Artikel: Die eigene Stimme dauerhaft verändern!

Professionelle Hilfe in Anspruch nehmen

Tipps für die Umsetzung: Überlegen Sie, einen Stimmcoach oder eine Logopädin bzw. einen Logopäden zu konsultieren. Diese Fachpersonen können Ihre Stimme analysieren und spezifische Übungen vorschlagen, um Bereiche wie zum Beispiel Stimmlage, Modulation, Tempo, Klang und Lautstärke zu verbessern. Wenn Sie Interesse haben, Ihre Stimme noch weiter auszuprobieren, können Sie auch Gesangsunterricht nehmen, der nicht nur für professionelle Sängerinnen und Sänger geeignet ist. Er kann auch dabei helfen, Ihre Stimme vielseitiger zu machen und Ihren Tonumfang zu erweitern. Suchen Sie nach lokalen Musikschulen oder privaten Lehrerinnen und Lehrern.

Weiterführender Artikel: Experten für die Stimme

Kontinuierliche Selbstreflexion

Tipps für die Umsetzung: Führen Sie ein Stimmtagebuch, in dem Sie Ihre Fortschritte und Erkenntnisse festhalten. Dies hilft Ihnen, Ihren Weg zur Verbesserung Ihres Stimmklangs zu verfolgen und zu reflektieren. Damit werden die wiederkehrenden Eigenschaften, Muster und gegebenenfalls auch Probleme sichtbar und das gegebenenfalls auch in Zusammenhang mit Einflussfaktoren auf die Stimme. Das können zum Beispiel auch hilfreiche Informationen für Stimmcoaches oder Logopädinnen und Logopäden sein, mit denen Sie zusammenarbeiten, die auf dieser Basis gegebenenfalls noch besser entscheiden können, welche Übungen für Sie sinnvoll sind.

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Eine nachhaltige Veränderung der Stimme kommt nicht ganz plötzlich. Es ist ein stetiger Entwicklungsprozess, der sehr viel Freude bringt und Ihnen hilft in Ihre stimmliche Freiheit zu kommen! Wenn Sie heute damit loslegen, sind Sie morgen schon einen Schritt weiter! Es lohnt sich diesen Weg zu gehen, denn Sie werden sehen, wie Sie immer noch ein Stückchen wachsen können, um sich und Ihren Ideen eine hörbare Stimme zu geben.

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Zusammenfassung: Die Wahrnehmung unserer eigenen Stimme unterscheidet sich von der anderer Personen. Erst durch das Zusammenbringen von Eigen- und Fremdwahrnehmung sowie von punktuellen und langfristigen Reflexionen, können Sie die Bewusstheit für Ihre Stimme deutlich ausbauen. Im Alltag kann man dies durch Maßnahmen, wie Audioaufnahmen, Feedbackschleifen, professionelle Hilfe und Stimmtagebücher erreichen.

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